Oliven einlegen – einfach & aromatisch selber machen
- Zuletzt aktualisiert am: 12. Dez. 25
- von Constantin Pinkelnig
Hej, ich bin Constantin 👋 und wie einige von euch bereits mitbekommen haben, bin ich gelernter Koch und habe vor allem in der “kalten Küche” die meiste Zeit verbracht. Wie der Name schon sagt, bereitet man in der kalten Küche hauptsächlich die kalten Sachen zu – Salate, Vorspeisen, kalte Suppen, Desserts etc. Um die Sachen so richtig schmackhaft zu machen gibt es verschiedene Zubereitungsmethoden, unter anderem das Einlegen = eine meiner Lieblingsmethoden: Man nehme eine oder mehrere Hauptzutaten, würze mit feinen Komponenten und legt das Ganze dann in verschiedenen passenden Flüssigkeiten ein.
Um zum eigentlichen Thema zu bleiben: Oliven selbst einzulegen ist einfacher, als du vielleicht denkst, und eröffnet dir eine Welt voller leckerer Möglichkeiten. Selbst eingelegte Oliven sind nicht nur besonders aromatisch, sondern bieten dir auch volle Kontrolle über Zutaten und Geschmacksrichtungen. Egal ob als Snack zwischendurch, als Vorspeise oder Geschenk – hausgemachte Oliven sind immer etwas Besonderes. In diesem ausführlichen Guide erfährst du alles Wichtige rund ums Oliven einlegen, von der Auswahl über das Grundrezept bis hin zu köstlichen Marinaden und interessanten Hintergrundinformationen.
- Tim & Constantin
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Inhaltsverzeichnis
Warum Oliven selber einlegen
Volle Kontrolle über Qualität und Zutaten
Wenn du deine Oliven selbst einlegst, entscheidest du allein über die Qualität, Herkunft und Art der verwendeten Zutaten. Hochwertiges Olivenöl, frische Kräuter und Gewürze deiner Wahl sorgen dafür, dass du genau weißt, was in deinem Glas steckt. So vermeidest du unnötige Zusatzstoffe und kannst eine gesunde und hochwertige Ernährung gewährleisten.
Möglichkeit zur kreativen Geschmacksgestaltung
Im Handel erhältliche eingelegte Oliven bieten oft nur Standardgeschmacksrichtungen. Wenn du Oliven selbst einlegst, kannst du hingegen deiner Kreativität freien Lauf lassen und vielfältige und individuelle Geschmackskombinationen ausprobieren. Experimentiere mit verschiedenen Kräutern, Gewürzen und Aromazutaten und entdecke deine persönliche Lieblingsvariante.
Perfektes, persönliches Geschenk aus der Küche
Selbstgemachte Oliven sind ein besonderes und individuelles Geschenk, das stets gut ankommt. In einem schönen Glas verpackt, eignen sie sich hervorragend als kleines Mitbringsel oder liebevolle Aufmerksamkeit für Familie, Freunde oder Bekannte. Persönlicher und einzigartiger kann ein kulinarisches Geschenk kaum sein.
Kostenersparnis gegenüber fertig eingelegten Oliven
Eingelegte Oliven aus dem Supermarkt oder Delikatessenladen sind oft vergleichsweise teuer, insbesondere wenn du auf hochwertige Qualität Wert legst. Wenn du die Oliven hingegen selbst einlegst, kannst du hochwertige Zutaten oft günstiger beziehen und sparst dabei Geld. Zudem kannst du genau die Menge herstellen, die du benötigst, und vermeidest damit Verschwendung.
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Oliven auswählen: Mit Stein, ohne Stein, vorgeschnitten oder getrocknet?
Oliven mit Stein
Oliven mit Stein bieten einen intensiveren Geschmack und behalten ihre Frische länger. Durch den Stein bleibt das Fruchtfleisch fester, was das Aroma der Marinade hervorragend aufnimmt.
Intensiver Geschmack
Längere Haltbarkeit
Etwas aufwendiger beim Verzehr
Oliven ohne Stein
Oliven ohne Stein sind besonders praktisch für sofortigen Genuss, eignen sich ideal für schnelle Rezepte und sind leichter zu essen.
Sofort ready zum genießen
Einfach zu marinieren
Weniger intensiv im Geschmack
Sie sind außerdem besonders beliebt für Salate, Tapasplatten oder zum Füllen mit Kräutern oder Nüssen – ein echter Allrounder in der Küche.
Vorgeschnittene Oliven
Vorgeschnittene Oliven, bei denen das Fruchtfleisch bereits eingeschnitten oder in Scheiben geschnitten wurde, nehmen Aromen besonders schnell auf. Sie sind ideal, wenn es schnell gehen soll – zum Beispiel für kurzfristige Einladungen oder als Last-Minute-Tapas. Allerdings verlieren sie durch den Anschnitt etwas an Haltbarkeit und können weicher werden.
Sehr schnelle Marinadeaufnahme
Ideal für schnelle Gerichte und Tapas
Kürzere Haltbarkeit
Getrocknete oder trocken fermentierte Oliven
Neben den bekannten Oliven in Salzlake oder Öl gibt es auch trocken gereifte Varianten. Diese werden entweder in Salz eingelegt und anschließend an der Luft oder in Öfen getrocknet oder sie fermentieren auf natürliche Weise ohne Flüssigkeit. Sie haben eine eher ledrige, konzentrierte Textur und bringen besonders intensive Aromen mit. Solche Oliven kannst du direkt verzehren oder ebenfalls in Öl und Gewürzen marinieren – ihr kräftiger Geschmack harmoniert gut mit frischen Kräutern und Zitruszesten.
Vom Olivenhain ins Glas – Sorten & Pflanzenwissen
Bevor wir uns den Sorten widmen, lohnt sich ein kleiner Blick in die faszinierende Botanik des Olivenbaums. Der immergrüne Baum (Olea europaea) ist ein echtes Symbol des Mittelmeerraums – langlebig, widerstandsfähig und tief verwurzelt in der Kultur dieser Regionen. Er bildet nicht nur die Basis für Olivenöl, sondern trägt auch eine große Vielfalt an Früchten mit unterschiedlichen Geschmäckern, Größen und Farben.
Ein Olivenbaum wächst meist langsam, kann aber Hunderte von Jahren alt werden. Seine silbrig-grünen Blätter sind zäh und ledrig, die kleinen weißen Blüten erscheinen im Frühjahr und entwickeln sich im Laufe des Sommers zu den charakteristischen Früchten.
Geerntet werden Oliven meist im Herbst oder Winter – je nach Reifegrad grün, violett oder fast schwarz. In Olivenhainen findet man oft unterschiedliche Sorten nebeneinander, und jede Region hat ihre ganz besonderen Spezialitäten. Oliven gibt es in vielen verschiedenen Sorten und Farben – und jede bringt ihre ganz eigene Note mit. Hier ist eine Auswahl beliebter Sorten aus Spanien, Italien und Griechenland, die sich hervorragend zum Einlegen eignen:
Arbequina (Spanien): Diese kleine, braun-grüne Olive stammt aus Katalonien und ist bekannt für ihren mild-nussigen Geschmack. Zart im Biss, ideal für feine Kräutermarinaden.
Picual (Spanien): Dunkel und leicht pfeffrig im Geschmack, eignet sich diese Sorte wunderbar für kräftige, würzige Marinaden.
Manzanilla (Spanien): Die klassische Tapas-Olive. Hellgrün, rund und fest – mit leicht bitterer Note. Perfekt für salzige Lake oder gefüllt.
Cornicabra (Spanien): Schmale, längliche Oliven mit fruchtig-würzigem Aroma. Besonders geeignet für intensive Kräutermischungen.
Frantoio (Italien): Dunkle Olive mit herbem, leicht bitterem Geschmack. Sehr aromatisch und hervorragend geeignet für klassische italienische Einlagen mit Rosmarin und Knoblauch.
Taggiasca (Italien): Klein, runzelig und unglaublich aromatisch – ein typischer Vertreter aus Ligurien. Eignet sich besonders gut für feine Zitrus- oder Tomatenmarinaden.
Kalamata (Griechenland): Die wohl bekannteste griechische Olive. Groß, violett bis dunkelbraun, mit fruchtigem, fast weinartigem Aroma. Passt ideal zu kräftigem Olivenöl und mediterranen Kräutern.
Koroneiki (Griechenland): Klein, fest und sehr aromatisch. Diese Sorte wird oft für Olivenöl verwendet, lässt sich aber auch hervorragend einlegen – besonders in Kombination mit Zitrone und Thymian.
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Grundrezept zum Einlegen von Oliven
Wenn du bereits essfertige Oliven gekauft hast – also solche, die durch Fermentierung, Salzlake oder Trocknung bereits entbittert wurden – brauchst du sie nicht erneut in Salzlösung einlegen. Stattdessen kannst du direkt mit der eigentlichen Marinade loslegen und ihnen so eine ganz persönliche Note verleihen.
Grundrezept für eingelegte Oliven
Wir empfehlen dir folgendes Equipment:
- 1 *Rundsieb Zum gründlichen Abspülen und Abtropfen der Oliven.
- 1 *Glas Zum Vermischen der Zutaten und einziehen lassen der eingelegten Oliven.
- 1 *Kochmesser Zum Zerkleinern der Kräuter
- 1 *Schneidbrett Obviously zum drauf Schneiden 😉
Du benötigst folgende Zutaten:
- 500 g *Oliven essfertige Oliven, z. B. aus dem Glas oder vom Markt, mit oder ohne Stein
- 100 ml *Olivenöl [nativ] Hochwertiges Olivenöl (nativ extra am besten)
- 3 EL *Frische Kräuter und Gewürze nach Wahl (z. B. Rosmarin, Thymian, Knoblauch, Chili, Pfeffer, Zitronenzeste)
So funktioniert die Zubereitung:
- Spüle die Oliven kurz unter fließendem Wasser ab, um überschüssige Salzlake oder Gewürze zu entfernen.500 g *Oliven
- Lasse sie gut abtropfen, damit später kein Wasser ins Öl gelangt.
- Gib die Oliven zusammen mit den gewünschten Marinadezutaten (z. B. Kräuter, Gewürze, Knoblauch, Zitronenschale) in ein sauberes, sterilisiertes Glas.100 ml *Olivenöl [nativ], 3 EL *Frische Kräuter und Gewürze nach Wahl
- Fülle das Glas vollständig mit hochwertigem Olivenöl auf, sodass alle Oliven vollständig bedeckt sind.
- Verschließe das Glas fest mit einem Deckel.
- Lasse die Oliven im Kühlschrank mindestens 1–2 Tage, besser aber eine Woche, durchziehen. Je länger die Ziehzeit, desto intensiver wird das Aroma.
Aromenspiele – kreative Marinaden für deine Oliven
Meine persönliche Lieblingsmarinade
Diese Variante kombiniert die salzige Tiefe mit frischen Kräutern, getrockneten Tomaten und einem Hauch Zitrone – ich finde sie perfekt ausbalanciert zwischen herzhaft, fruchtig und würzig. Einfach alles zusammen mischen 💓
400 g Oliven mit Stein oder getrocknete Oliven
100 ml natives Olivenöl
2 Knoblauchzehen (halbiert & leicht angedrückt)
5 getrocknete Tomaten (klein gewürfelt)
Schale einer unbehandelten Zitrone
2 EL Kapern
2 EL Kapernwasser
1 frischer Rosmarinzweig (in ca. 5 cm lange Stücke geschnitten)
2 Lorbeerblätter
Klassische mediterrane Marinade
Diese Marinade bringt dir den Duft des Mittelmeers direkt ins Glas. Ideal für alle, die es aromatisch, aber nicht zu aufdringlich mögen.
Knoblauchscheiben, Rosmarin, Thymian, Zitronenschale, Lorbeerblatt, schwarzer Pfeffer
Scharfe Chili-Marinade
Für alle, die es gern etwas feuriger mögen. Diese Marinade passt perfekt zu kräftigen Olivensorten wie Picual oder Kalamata.
Frische oder getrocknete Chilischoten, Knoblauch, Koriandersamen, geräuchertes Paprikapulver, schwarze Pfefferkörner
Fruchtig-süße Marinade
Ein spannendes Spiel zwischen Süße und Würze – besonders lecker zu milden Sorten wie Manzanilla oder Gordal.
Bio-Orangenschale, Fenchelsamen, Honig oder Ahornsirup, rosa Pfefferbeeren, ein Hauch Zimt
Zitronen-Kräuter-Marinade
Erfrischend und leicht – ideal für den Sommer oder als Beilage zu frischen Salaten.
Zitronenzesten, Zitronensaft, Dill, Petersilie, Frühlingszwiebel, heller Pfeffer
Würzig-orientalische Marinade
Eine exotische Marinade, die hervorragend mit schwarzen oder trocken fermentierten Oliven harmoniert.
Kreuzkümmel, Zimt, Piment, Chili, Koriander, Orangenschale, Knoblauch
Tomaten-Kräuter-Marinade
Herzhaft und mediterran – eine tolle Ergänzung zu Tapas oder Antipasti-Platten.
Getrocknete Tomaten, Oregano, Thymian, Basilikum, Knoblauch, schwarzer Pfeffer, evtl. etwas Balsamico
Tipps & Tricks zum Oliven Einlegen
Verwende ausschließlich hochwertige Zutaten: Die Qualität deiner Oliven und des Olivenöls ist entscheidend für das spätere Aroma. Greife zu nativen Ölen und möglichst unbehandelten Oliven.
Gläser stets gründlich sterilisieren: Um Schimmel oder Gärung zu vermeiden, sollten die Gläser vor der Verwendung mit kochendem Wasser ausgespült oder im Ofen sterilisiert werden.
Oliven trocken tupfen: Achte darauf, dass die Oliven vor dem Einlegen möglichst trocken sind, damit kein Wasser ins Öl gelangt. Das verlängert die Haltbarkeit und verhindert Spritzen.
Oliven immer komplett mit Öl bedecken: Das Öl schützt die Oliven vor Luftkontakt und sorgt für längere Haltbarkeit und gleichmäßige Aromaentwicklung.
Nicht überwürzen: Weniger ist oft mehr. Beginne mit wenigen Zutaten, probiere nach dem Durchziehen und passe bei der nächsten Charge an.
Mindestens 1 Woche ziehen lassen, optimal sind 2–3 Wochen: Je länger die Oliven ziehen, desto harmonischer und intensiver wird der Geschmack. Geduld lohnt sich hier wirklich.
Etikettiere deine Gläser: Notiere dir Marinade, Sorte und Datum – besonders bei mehreren Gläsern behältst du so leicht den Überblick.
Experimentieren erlaubt: Du kannst auch mal Zitronenblätter, Ingwer, Zimtstange oder Lavendel ausprobieren – besonders bei getrockneten Oliven entstehen so ganz neue Geschmackswelten.
Und wenn du Lust hast, dir deine Oliven auf ein resche Baguettscheibe zu verteilen, dann probier gern unser Rezept für Oliven Tapenade.
Haltbarkeit & Lagerung
Selbst eingelegte Oliven sind im Kühlschrank gut haltbar – vorausgesetzt, sie sind sauber verarbeitet und gut mit Öl bedeckt. Die Haltbarkeit beträgt in der Regel etwa 2 bis 3 Monate. Achte darauf, immer saubere Löffel oder Gabeln zum Entnehmen zu verwenden, damit keine Keime ins Glas gelangen.
Wenn du mehrere Gläser machst, lagere sie möglichst kühl, dunkel und beschrifte sie mit Datum und Marinade. Bereits geöffnete Gläser solltest du innerhalb von 2 Wochen aufbrauchen. Riecht etwas ungewöhnlich oder zeigt sich Schimmel – lieber entsorgen. Selbst eingelegte Oliven sind im Kühlschrank bei vollständiger Öl-Bedeckung 2–3 Monate haltbar.
Einlegen mit Geschmack – dein persönliches Olivenprojekt
Ob mild oder würzig, klassisch oder kreativ – Oliven selbst einzulegen ist nicht nur unkompliziert, sondern macht auch richtig Spaß. Du kannst mit Sorten, Marinaden und Zutaten spielen, saisonale Aromen einfangen oder Geschenke mit persönlicher Note gestalten. Und das Beste: Du weißt genau, was drin ist. Starte mit einer kleinen Portion und entdecke, wie vielseitig deine Küche werden kann – Glas für Glas.
Constantin
Als gelernter Koch und ehemaliger Gastronom liebt er es, neue Rezepte zu entwickeln und saisonale Zutaten auf kreative Weise zu kombinieren. Doch seine wahre Leidenschaft gehört dem Norden: Die wilde Natur Skandinaviens, ihre Weite, Stille und raue Schönheit ziehen ihn immer wieder in ihren Bann. Hier, wo die Nächte im Sommer nicht enden und der Winter die Landschaft in eine tiefe, stille Magie hüllt, findet er Inspiration und Freiheit. Gleichzeitig fasziniert ihn die Idee alternativer Lebensweisen und Langzeitreisen – vom Süden Europas bis in den hohen Norden. Für ihn sind sie mehr als nur ein Abenteuer – sie sind eine Rückkehr zu den einfachen, echten Dingen des Lebens.









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