Vegane Bratensauce / Grundsauce – selbstgemacht!

“Jus is Chefsache!” (Jus = dunkle Grundsauce / Bratensauce) Das wurde mir am Anfang meiner Ausbildung zum Koch beigebracht. Dementsprechend habe ich die Bratensauce am Anfang garnicht selbst gemacht (schon garnicht eine vegane Bratensauce) und sie im Laufe der kommenden Anfangsjahre nur unter Beobachtung angesetzt. 

Als ich später dann begann, mich mit der veganen Ernährung auseinander zu setzen fragte ich mich: ”Geht die Jus denn auch in vegan?” Und tatsächlich – es funktioniert super! Ich bereite sie wie eine herkömmliche Bratensauce zu, nur dass ich all die Fleisch- & Knochenkomponenten weglasse und noch 1 – 2 pflanzliche Komponenten hinzufüge.

Inhaltsverzeichnis

Die vegane Bratensauce,
oder auch Grundsauce genannt

Mehr als nur Tüte auf

ℹ️ Eine Grundsauce ist, wie der Name schon vermuten lässt: eine Grundsauce, und damit die Basis für sehr viele unterschiedliche Saucen (sog. „Ableitungen“). Grundsätzlich ist sie die Grundlage für herzhafte Speisen, aber das heißt nicht, dass nur herzhafte Zutaten reinkommen können um das Ganze zu verfeinern. Vor allem im Herbst wird gerne mit Portwein, Schokolade, Zimt, Orangensaft, Traubensaft usw. verfeinert, passend zu Wildgerichten. Leider gibt es derzeit noch keinen adäquaten Ersatz für den typischen Wildgeschmack (sog. „Hautgout“ – näheres dazu kannst du in dem Wikipedia Artikel über „Hautgout“ nachlesen)

Die braune Grundsauce ist eine von 5 Grundsaucen, die man als Kochlehrling mit auf dem Weg bekommt. Das war eine meiner Prüfungsfragen damals 😄 : „Welche Grundsaucen gibt es?“

*Ein kurzer Werbeeinschub:

Größte Vorsicht beim Röstvorgang der veganen Bratensauce!

Zu dunkel/schwarz = komplette Sauce wird leider irreversible bitter

Es darf nichts schwarz werden! Hierbei entstehen äußerst bedenkliche Stoffe und es schmeckt fürchterlich bitter. Besonders wenn Tomatenmark zu dunkel wird, ist die Sauce später nicht mehr zu retten, da dieser bittere Geschmack sich durch die komplette Jus zieht. Wenn man merkt, dass es doch zu heiß wird, kann man den Topf einfach kurz von der Hitze runterziehen und die Temperatur runterstellen. 

Zum Andicken verwenden wir immer etwas Maisstärke, außer beim veganen Rostbraten, da gehört sich das meiner Meinung nach nicht. Apropos: ich habe ein Rezept für veganen Kümmel – Rostbraten aus Blumenkohl entwickelt, mehr aus Zufall – was mich stark an das Original von früher erinnert. 

Häufige Fragen dazu aus der Community

Ist dieses Rezept für vegane Bratensauce sehr aufwendig?

Ja, diese Bratensauce ist aufwendig! Sie richtet sich vollends nach gastronomischem Standard, nur dass es sich hier um rein pflanzliche Komponenten handelt. Sie ist nicht vergleichbar mit herkömmlichen Tütensaucen oder anderen Zauberpülverchen 🙂 

Welchen Topf nimmt man für die Bratensauce?

Für dieses Rezept wird ein größerer Topf benötigt, der mindestens 6 Liter, aber besser noch 8 Liter Fassungsvermögen hat. Das hat einen einfachen Grund: Die Sauce köchelt ganz lange, und es wird ein beachtlicher Teil des Wassers verdunsten.

Was ist der Unterschied zwischen einem Spitzsieb und einem Rundsieb?

In den heimischen vier Wänden wird hauptsächlich ein rundes Sieb verwendet. In der Gastronomie greift man für Saucen sehr gerne auf ein *Spitzsieb zurück, da sich hier am schnellsten mit Hilfe einer Kelle oder eines Schneebesens die Sauce durchpassieren lässt.

Prozess der veganen Bratensauce in Bildern

Die detaillierte Anleitung findest du weiter unten bei den Zutaten 🙂

Nun zum Rezept:

Aufwendig, aber am Ende jede Minute Wert 💕

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Vegane Bratensauce

Eine vegane Bratensauce, die perfekt zu herzhaften Gerichten & vielen Pastavariationen passt.
4.91 Sterne von 30 Bewertungen
Vorbereitung 15 Minuten
Zubereitung 3 Stunden
Gesamtzeit 3 Stunden 15 Minuten
Gericht Aufwendig, Deftig, Festlich, Hauptspeise, Mealprep
Küche Mitteleuropäisch
Portionen 20 Portionen

Wir empfehlen dir folgendes Equipment:

Du benötigst folgende Zutaten:
  

Zum Anrösten

Sehr kurz mitrösten

Für den Aufguss

Zum Würzen am Schluss

So funktioniert die Zubereitung:
 

Vorbereitungen zum Anrösten

  • Knollensellerie, Karotten, Zwiebeln, Stangenlauch, Knoblauch & Champignons  in ca. fingerdicke Stücke schneiden. Da kann ruhig die Haut/Schale dran bleiben - auch bei der Zwiebel und dem Knoblauch, denn diese geben nochmal etwas Geschmack und ggf. Farbe ab
  • Rosmarin & Thymianzweige auf ~5cm kürzen, damit beim Umrühren keine ungewollten Unfälle passieren
  • In einem heißen Topf mit Rapsö folgende Zutaten nacheinander reingeben: Sellerie, Karotten, Zwiebeln, Champignons, Wacholderbeeren, Pimentbeeren, Kümmel, Pfeffer, Rosmarien, Thymian, & Lorbeer
  • Bei mittlerer Temperatur die genannten Komponenten scharf anrösten und möglichst von allen Seiten gleichmäßig bräunen lassen

Sehr kurz mitrösten

  • Wenn alles schön gebräunt ist (das kann gut 10 – 15 Minuten dauern), das komplette Tomatenmark auf einmal reingeben und schnell umrühren. Das Ganze sollte mit dem Tomatenmark nur einige Sekunden rösten und auf keinen Fall schwarz werden!
  • Unter ständigem Rühren nach etwa 20 Sekunden dann mit einem guten Schluck Rotwein ablöschen und weiterrühren
  • Wenn es wieder zu brodeln anfängt, dann kommt wieder ein Schluck Rotwein drauf
  • Das Ganze wiederholen wir 5 mal und leeren dann den kompletten Rest rein

Der Aufguss

  • Jetzt kannst du die Sauce mit dem Johannisbeersaft und dem Gemüsefond aufgießen
  • Das Ganze muss jetzt bei niedriger Temperatur so lange köcheln, bis etwa ¼ Flüssigkeit verdampft ist.

Der Schluss

  • Danach durch ein feines Sieb geben (und ggf. nochmal durch ein *Etamin / Passiertuch lassen, damit alle groben Schwebstoffe rausgefiltert sind).
  • Zum Schluss mit geriebenem Knoblauch, etwas Olivenöl & etwas Meersalz abschmecken
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Constantin Pinkelnig

Als gelernter Koch und ehemaliger Gastronom liebt er es, neue Rezepte zu entwickeln und saisonale Zutaten auf kreative Weise zu kombinieren. Doch seine wahre Leidenschaft gehört dem Norden: Die wilde Natur Skandinaviens, ihre Weite, Stille und raue Schönheit ziehen ihn immer wieder in ihren Bann. Hier, wo die Nächte im Sommer nicht enden und der Winter die Landschaft in eine tiefe, stille Magie hüllt, findet er Inspiration und Freiheit. Gleichzeitig fasziniert ihn die Idee alternativer Lebensweisen und Langzeitreisen – vom Süden Europas bis in den hohen Norden. Für ihn sind sie mehr als nur ein Abenteuer – sie sind eine Rückkehr zu den einfachen, echten Dingen des Lebens.
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6 Kommentare
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Miriam
Miriam
1 Monat zuvor

5 Sterne
Ich habe die Sauce am Wochenende gemacht und gleich auf Vorrat gekocht. Ein Teil kam in den Kühlschrank der Rest ins Gefrierfach. Heute wieder aufgewärmt und sie schmeckt fast noch besser. Wirklich eine tolle Grundsauce, die man vielseitig einsetzen kann. Vielen Dank dafür.

Anonym
Anonym
2 Monate zuvor

5 Sterne

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